
Warum Kinder oft nicht lernen wollen – Motivation verstehen mit dem Vroom-Modell
Viele Eltern wünschen sich, dass ihr Kind selbstständiger wird, von sich aus lernt, „einfach mal loslegt“. Aber oft bleibt das Lernen ein Kampf. Das Kind scheint „keine Lust“ zu haben – obwohl doch die Noten, Prüfungen oder die nächste Schulstufe auf dem Spiel stehen.
Aber: Faulheit ist meistens nicht das wahre Problem. Vielmehr fehlt etwas anderes – Motivation.
Und um diese besser zu verstehen, hilft ein Modell aus der Psychologie besonders gut: das Erwartungs-Valenz-Modell nach Victor Vroom.
Was ist das Erwartungs-Valenz-Modell?
Das Modell beschreibt, wie Motivation entsteht – oder eben nicht. Es basiert auf drei zentralen Fragen, die sich ein Mensch (bewusst oder unbewusst) stellt:
- Erwartung: Glaube ich, dass ich durch meine Anstrengung ein gutes Ergebnis erreiche?
- Instrumentalität: Glaube ich, dass dieses Ergebnis zu einem für mich wertvollen Ziel führt?
- Valenz: Wie wichtig ist mir dieses Ziel überhaupt?
Die Motivation ist dann am stärksten, wenn alle drei Punkte positiv beantwortet werden.
Beispiel:
Wenn ein Schüler denkt:
„Wenn ich lerne, werde ich eine gute Note schreiben (Erwartung) , und dann darf ich in den XY-Zweig gehen (Instrumentalität). Das ist mein Traum (Valenz).“ –
dann ist die Motivation hoch.
Wenn aber einer dieser Punkte fehlt – z. B. „Ich schaff das sowieso nicht“ – dann bricht die Motivation in sich zusammen.
Subjektive Wahrscheinlichkeit ist entscheidend
Wichtig: Es geht nicht darum, was objektiv stimmt – sondern darum, was das Kind selbst glaubt.
Vielleicht sieht der Lehrer oder die Mutter den Fortschritt, aber das Kind denkt, es sei ohnehin zu schlecht oder hätte keine Chance. In diesem Fall ist die subjektive Erwartung niedrig – und damit auch die Motivation.
In der Nachhilfe setzen wir genau hier an:
Wir geben gezielte Rückmeldung, zeigen kleine Fortschritte sichtbar auf („Du kannst jetzt Prozentrechnen – das Thema ist abgeschlossen!“) und helfen dem Kind, wieder an sich selbst zu glauben.
Zwei Wege, zwei Ergebnisse – welches Ziel gewinnt?
Das Modell zeigt außerdem, dass jedes Kind vor einer inneren Wahl steht:
- Weg A: Ich lerne viel
→ mögliches Ergebnis: gute Noten, Lob, Stolz, vielleicht eine Belohnung - Weg B: Ich lerne wenig oder gar nicht
→ mögliches Ergebnis: mehr Freizeit, weniger Anstrengung – aber auch schlechte Noten, Druck, Enttäuschung
Die Entscheidung, welchen Weg das Kind einschlägt, hängt davon ab, welches Ergebnis sich besser anfühlt oder lohnender erscheint.
Und genau hier setzt das Erwartungs-Valenz-Modell an: Motivation entsteht dort, wo die Erwartung, die Handlung und das Ziel sinnvoll zusammenpassen.
Es gibt sogar eine Formel, um diesen „inneren Rechenprozess“ darzustellen – aber für die Praxis genügt oft das Verständnis: Das Kind tut das, was sich für es selbst lohnt.
In der Nachhilfe: Ziele verbinden und realistisch machen
Ein häufiges Problem: Die Ziele von Eltern oder Schule („Gute Noten“, „Nicht sitzenbleiben“) sind nicht automatisch auch Ziele des Kindes.
Und: Manche Kinder sehen den Sinn mancher Fächer nicht – vor allem in der Unterstufe oder im Pflichtschulbereich.
Hier hilft ein einfacher, aber wirksamer Trick: Ziele verknüpfen.
Wir fragen: Was interessiert dich? Was willst du erreichen? Und dann zeigen wir, wie Schule und Lernen damit zusammenhängen.
Beispiele aus der Nachhilfe:
- Ein Kind interessiert sich für Feuerwehr. In der Praxis muss man dort z. B. berechnen, wie lange Sauerstoffflaschen reichen, wie viel Wasser zum Löschen nötig ist oder wie schnell Einsatzkräfte eintreffen können – alles Mathematik.
- Viele Jugendliche wollen später Medizin studieren. Der Aufnahmetest erfordert sehr gute mathematische Grundkenntnisse – auch in Bereichen, die in der Unterstufe gelehrt werden.
- Selbstversorgung, einen Haushalt führen – das alles braucht mathematisches Denken, oft ohne dass man es merkt.
Je klarer das Kind erkennt: „Aha, das brauche ich wirklich mal!“, desto mehr steigt die Valenz – und damit die Motivation.
Unser Ansatz
Wir bei Pammer Schulungszentrum arbeiten nicht nur mit Schulstoff, sondern auch mit der Motivation dahinter:
- Wir zeigen, wofür sich das Lernen lohnt, und verbinden schulische Themen mit Lebenszielen.
- Wir helfen, realistische Erfolgserwartung aufzubauen, durch gezielte Rückmeldung und sichtbare Lernfortschritte.
- Wir gestalten Nachhilfe so, dass Kinder ihre eigenen Wege zum Ziel entdecken – mit echter Beteiligung statt bloßem Pauken.
Interesse an unserer Methode?
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind beim Lernen innerlich blockiert ist – oder einfach nicht sieht, wofür es sich anstrengen soll –, dann helfen wir gern weiter.
Buchen Sie ein kostenloses Erstgespräch, in dem wir gemeinsam herausfinden, wie wir Motivation gezielt fördern und den Schulalltag erleichtern können.



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